Es war ein spannendes Thema, dem sich die Stiftung Warentest gewidmet hat: Sie nahm zwölf auf Komfort ausgerichtete E-Bikes genau unter die Lupe. Anlass für den Test war, dass die Pedelec-Käufe in Deutschland stetig zunehmen, wobei Komfort-E-Bikes zu den beliebtesten Gattungen gehören.

Allerdings überzeugten nur vier der zwölf Tiefeinsteiger-Pedelecs mit einem guten Ergebnis. Bei einigen Modellen traten sogar gravierende Mängel und Sicherheitsrisiken auf.

Der Testsieger mit der Gesamtnote „gut“ (1,7) hört auf den klanghaften Namen KTM Macina Tour 510. Dieses Bike stach besonders mit seinen guten Fahreigenschaften hervor.

Nach diesen Kriterien wurde getestet

Das Test-Programm der Stiftung Warentest war aufwendig, lieferte dafür aber fundierte, nützliche und spannende Ergebnisse. Bei der großen und immer noch steigenden Beliebtheit von E-Bikes sollte im Hinblick auf Komfort-Pedelecs festgestellt werden, auf welche Modelle es sich am meisten vertrauen lässt.

Das Programm gliederte sich in zwei Teile:
1. ein umfangreicher Praxis-Test auf Mallorca
2. Test der Stabilität und Belastbarkeit der Bikes auf dem Prüfstand.

Zusätzlich dazu erhob die Stiftung Warentest Befragungen unter Pedelec-Besitzern. Hier ging es zum Beispiel um das jeweilige Nutzungsverhalten und darum, auf welche Kriterien bei einem E-Bike am meisten Wert gelegt wird. Dabei erwies sich die Akku-Kapazität als das wichtigste Merkmal. Passend dazu spielte dieser unter der Oberkategorie Antrieb im Test auch eine wichtige Rolle.

Insgesamt hat die Stiftung Warentest die zwölf Komfort-E-Bikes nach diesen Kriterien beurteilt:
1. Fahren
2. Antrieb
3. Handhabung
4. Sicherheit und Haltbarkeit

Dabei wurde eine Gewichtung vorgenommen, wobei das Fahren 40 Prozent ausmachte und die drei weiteren Kategorien mit jeweils 20 Prozent zu Buche schlugen.

Für die Bewertung wurden Unterkategorien gebildet, so dass es zum Beispiel beim Fahren unter anderem um das Fahrverhalten, die Fahrstabilität, die Wendigkeit, das Schalten, die Geräusche und um das Fahren ohne Motorunterstützung ging.
Indem jede Unterkategorie in die Beurteilung eines Kriteriums einfloss, gelang ein sehr fundiertes Urteil.

Als Zusatz, der separat bewertet wurde, ging es noch um die Belastung mit Schadstoffen.

Die Testsieger und ihre Vorzüge: Souveräner Erfolg für KTM

Kein Test ohne Sieger. In diesem Fall fiel der Sieg sogar ziemlich deutlich aus: Mit dem Macina Tour 510 gewann ein Bike aus der österreichischen Traditionsschmiede von KTM. Es erreichte die Gesamtnote 1,7 und hatte damit einen souveränen Vorsprung vor dem ersten Verfolger der Marke Stevens (2,3).
Dabei gelang dem KTM als einzigem der zwölf getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs beim Fahren die Note „sehr gut“ (1,5).

Eine sehr gute Beurteilung (1,4) gelang dem Pedelec von KTM auch im Bereich Sicherheit und Haltbarkeit. Insgesamt sehen die Experten das Macina als sicher und stabil an, worauf man bei einem Komfort-E-Bike einen besonderen Wert legen sollte.
Darüber hinaus überzeugte das Bike aus Mattighofen mit seinem Antrieb (1,7). Gründe dafür waren die schnelle Ladezeit des Akkus und die hohe Reichweite (bis zu 55 km), die derselbe generiert. Außerdem waren die Tester auch vom Ansprechverhalten und von der kräftigen Unterstützung des Motors angetan.

Leichte Abstriche musste das Macina nur unter der Kategorie Handhabung (2,7) hinnehmen. Dies lag allein daran, dass die Tester Probleme beim Tragen hatten. Jene Tatsache trifft allerdings auf sämtliche Pedelcs im Test zu und ist dem generell hohen Gewicht eines solchen Bikes geschuldet. Somit lag das KTM Macina bei der Handhabung sogar vorn.

Zweitplatziertes Bike kommt von Stevens

Das zweitplatzierte E-Courier PT5 (Gesamtnote: 2,3) von Stevens erhielt mit Ausnahme der Handhabung (3,6) durchweg gute Beurteilungen. Dieses Komfort-Pedelec fiel den Testern mit einem guten Fahrverhalten sowie einem sehr leisen Antrieb auf.
Außerdem ist auch beim E-Courier der Akku, der es auf die respektable Reichweite von 51 km bringt, schnell aufgeladen. Auch die gebotene Sicherheit und die Haltbarkeit des Tiefeinsteiger-Modells fielen positiv auf.

Abstriche musste die Tester beim E-Bike des Hamburger Herstellers Stevens bei der Wendigkeit sowie der Zugkraft des Motors hinnehmen. Hier sind laut Stiftung Warentest andere Pedelecs kräftiger motorisiert. Auch würde der Akku beim Einsetzen etwas verkanten.

Pegasus Premio überzeugt mit Fahrstabilität und bequemer Sitzposition

Auch Pegasus durfte beim Test einen kleinen Erfolg feiern: Das Premio Evo 10 Lite (Gesamtnote: 2,4) des deutschen Komfort-Herstellers schaffte es immerhin auf den dritten Platz. Besonders punkten konnte das Tiefeinsteiger-Modell mit einer bequemen, sehr aufrechten Sitzposition sowie mit einer hohen Stabilität beim Fahren. Folgerichtig gab es eine gute Bewertung für das Fahrverhalten (1,6). Doch auch bei der Sicherheit und Haltbarkeit (1,8) macht dieses Komfort-E-Bike eine gute Figur.

Leichte Kritik gab es dagegen für den Motor des Pegasus. So liefert der Bosch-Motor laut Stiftung Warentest zwar eine kräftige und gut abgestimmte Unterstützung, sei aber relativ laut. Darüber hinaus biete der Akku zwar die hohe Reichweite von 55 km, bringe aber den Nachteil einer langen Ladezeit mit. Auch sei es unpraktisch, dass es die Anleitung für das Premio Evo 10 Lite nur auf CD gebe.

Auch Raleigh verbucht eine gute Bewertung

Übrigens schnitt auch das Raleigh Kent 9 mit einem guten Ergebnis ab (Gesamtnote: 2,4). Hier lobten die Tester das Fahrverhalten und die Sportlichkeit, die durch den breiten Lenker zustande käme. Auch die zugkräftige sowie gut abgestimmte Unterstützung des Bosch-Motors fiel positiv auf.

Kritik muss das Pedelec von Raleigh für Instabilität beim Fahren mit Gepäck einstecken. Außerdem gelänge das Einstellen des Sattels beim Kent nur mühsam.

Diese acht Pedelecs weisen kein gutes Ergebnis auf

Die vier Bikes, welche die Stiftung Warentest überzeugen konnten, wurden bereits vorgestellt. Bei zwölf Bikes insgesamt bleiben acht übrigens, die wortwörtlich keine guten Ergebnisse einfuhren. Bei zwei Pedelecs gab es sogar eine nicht vorhandene Brandsicherheit zu beklagen.

Namentlich waren es diese Elektrofahrräder, die schlechter als mit der Note „gut“ abschnitten:

  • Falter E 9.8 (Note: 2,8)
  • Winora Sinus (2,8)
  • Kreidler Vitality (2,9)
  • Fischer Cita (4,0)
  • Flyer Gotour (4,0)
  • Qwic Premium (4,2)
  • Kalkhoff Endeavour (5,0)
  • Kettler Paramount (5,0)

Fehlende Brandsicherheit als gravierendster Mangel im Test

Während die Testergebnisse beim Fischer, Winora sowie beim Kreidler noch im befriedigenden Berech und durchaus akzeptabel sind, fallen die Noten der Pedelecs dahinter stark ab. Ab dem Fischer Cita gibt die Stiftung Warentest also bereits deutlich das Ergebnis aus, dass sich das jeweilige E-Bike nicht empfehlen lässt.

Dabei teilen sich das Kalkhoff Endeavour und das Kettler Paramount den letzten Platz. Grund dafür sind festgestellte Sicherheitsmängel an beiden Elektrofahrrädern. So bestand beim Kalkhoff das Steckergehäuse des Ladegeräts nicht den Test auf Brandsicherheit. Beim Kettler war es das Steckergehäuse des Akkus, welches laut Stiftung Warentest nicht brandsicher ist.
Außerdem stellten die Tester beim Kalkhoff im Dauertest einen Riss in der Sattelstütze fest, der laut ihnen zu einem Bruch hätte führen können.

Schadstoff beim Kreidler Vitality

Auch bei den anderen E-Bikes mit schlechten Testergebnissen lag die bescheidenden Beurteilungen vor allem an Sicherheitsmängeln. Während zum Beispiel beim Fischer Cita ein Riss am Sattelrohr auftrat, zeigte sich beim Flyer Gotour ein Riss am Rahmen. Ergo sahen die Tester in beiden Fällen eine Bruch-Gefahr.

Dem Qwic Premium wurden schlichtweg etliche Schwächen, zum Beispiel bei der Stabilität, attestiert. Im Gegensatz dazu bildet das Kreidler Vitality einen Sonderfall. Dieses überzeugte zwar teilweise mit achtbaren Ergebnissen, wovon die Note 1,5 bei der Sicherheit und Haltbarkeit zeugt. Allerdings fanden die Tester hier Schadstoffe. Konkret ging es um die Belastung mit dem Phthalat-Weichmacher DPHP.
Zugute kam dem Kreidler, dass es keinen vorgeschriebenen DPHP-Grenzwert gibt, so dass das Ergebnis insgesamt noch befriedigend ist (2,9).